Film Still aus - Nicht wiedergekommen
Szenenbild aus dem Film: Nicht wiedergekommen © Alternatives Jugendzentrum e.V. Dessau

Nicht wiedergekommen

Deutschland 2010
Regie: Jana Müller
52 Min.

Filmgespräch mit Siegfried Franz (Stellvertretender Geschäftsführer des Niedersächsischen Verbandes Deutscher Sinti e.V.) und Jana Müller (Sozialpädagogin, Dokumentarfilmerin und Historikerin)

Etwa eine halbe Million Sinti und Roma wurden in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet. Von mehr als 30 Angehörigen der Korbmacherfamilie Franz, deren Heimat bis zum Beginn des Völkermordes Magdeburg und der Fläming waren, überlebten lediglich vier Personen. Ende Juli 1938 wurde die heute in Osnabrück lebende Wald-Frieda Weiss, geborene Franz, mit ihren Eltern und den Geschwistern Rosa, Emil, Erich und Johann nahe Stade verhaftet. Die zwölfjährige Rosa kam in ein Heim nahe Hannover, alle anderen kurze Zeit ins Gerichtsgefängnis Stade und von dort in das Gefängnis Hamburg-Hütten. Ende 1938 erfolgte die Überstellung in Konzentrationslager. Die Orte, an denen Familienmitglieder litten und starben, stehen für unvorstellbares Leid: Magdeburg-Holzweg, Sachsenhausen, Lichtenburg, Ravensbrück, Mauthausen, Dachau, Neuengamme, Bernburg, Buchenwald, Auschwitz-Birkenau, Mittelbau-Dora, Bergen-Belsen. Wald-Frieda Weiss, die über sieben Jahre KZ-Haft überstand, erinnert sich in der Dokumentation „Nicht wiedergekommen“ schmerzlich an den Verlust ihrer Mutter, mit der sie gemeinsam viele Jahre in den Konzentrationslagern Lichtenburg und Ravensbrück litt, bis Franziska Franz in der Bernburger Gaskammer ermordet wurde, sowie an den geliebten Vater Gustav Franz, der im Konzentrationslager Mauthausen an den Folgen von Misshandlungen starb. Siegfried Franz wurde 1951 als ältester Sohn von Johann Franz in Osnabrück geboren. Er wuchs, wie er selbst sagt, im „Ghetto“ Osnabrück-Papenhütte auf. Von dort wurden 1943 die Sinti nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Bereits als kleiner Junge erlebte er die nächtlichen Alpträume des durch sechsjährige KZ-Haft kranken Vaters. Über Jahre hinweg von staatlichen Stellen vom Schulbesuch ausgeschlossen und der Mehrheitsbevölkerung diskriminiert, wuchs in dem Heranwachsenden der Hass. Die positive Erfahrung mit der Familie eines Mitschülers , der unbedingte Wille, für die Rechte der Minderheit der Sinti und Roma einzutreten und eine bessere Zukunft für seine Kinder zu schaffen, gaben ihm die Kraft, die Schulbildung nachzuholen. Siegfried Franz ist stellvertretender Geschäftsführer des Niedersächsischen Verbandes Deutscher Sinti e.V. Eine Kooperation der HBS Sachsen-Anhalt mit der Gedenkstätte Roter Ochse Halle (Saale).

Für diesen Film sind zur Zeit keine Vorführungen geplant.


Kommentare


Kommentar schreiben

Vorhandene Einträge:

 

keine Einträge vorhanden

 0 Datensätze