Wild Flower

NL 2016
Regie: Fathia Bazi
54 Min.

Sie kocht Brennnesseln, schnäuzt sich vernehmlich, kann Feuer spucken, wenn sie redet, und war schon als Kind hässlich, sagt sie selbst. Dann aber flechtet Lule, die Schafhirtin, ihre Zöpfe, kleidet sich sorgsam in ihrer Tracht für den Besuch in der Stadt – nein, sie ist eine stolze Burrnesha, eine Frau, die aus freiem Willen aufs Heiraten und Kinderkriegen verzichtet hat. Als jüngste Tochter einer albanischen Hirtenfamilie war sie einem viel älteren Mann zugedacht, doch mehrere Umstände ließen sie sich früh zu diesem Leben als Mann entscheiden und die Rolle des Familienoberhaupts einnehmen. Es entsprach ihrem Temperament. "Wild Flower" ist eine Hommage an eine aussterbende Lebensform, nicht nur der Tradition der geschworenen Jungfrau, sondern auch der Schafwirtschaft. Beides geht in dem Film innig zusammen. Wie ein handaufgezogenes Lamm ihr auf dem Fuße folgt, leuchtet eine andere Welt auf. Im Rahmen der Monstronale Reihe zeigen wir in Vorbereitung auf die Themenprogramme des Monstronale Festival drei Dokumentationen die sich explizit mit der Thematik des Fremden auseinandersetzen. Hier wird vor allem der Blick Europas in die Welt im Vordergrund stehen.

Spielzeiten:

Februar

So 16.   20:00 Uhr

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