Der geteilte Himmel

DDR 1964
Regie: Konrad Wolf
mit: Renate Blume, Eberhard Esche, Hilmar Thate, Hans Hardt-Hardtloff, Günther Grabbert,
114 Min.

Gesellschaftskritische DEFA-Filme vor dem und verbotene Filme nach dem 11. Plenum

Nach dem Mauerbau setzte im DEFA-Filmschaffen ein offenerer Umgang mit Problemen der Gegenwart ein. Die Kritik in den Filmen wertete die SED-Führung als Provokationen und sie reagierte. Auf dem 11. Plenum des ZK der SED des Jahres 1965 demonstrierte der Parteiapparat seine Macht als kunstrichterliche Instanz! Die Folgen waren fatal. Fast eine ganze Jahresproduktion von DEFA-Spielfilmen wurde verboten, die Filme wurden moralisch wie ästhetisch denunziert, einzelne Vertreter staatlicher Kulturpolitik wurden in kollektive Haftung genommen für die von der Partei unterstellten sozialismusfeindlichen und konterrevolutionären Tendenzen unter der Jugend der DDR. Rückblickend begründet sich mit dem Plenum der ideologische Anfang vom Ende der DDR. Rita hat sich in den zehn Jahre älteren Chemiker Manfred verliebt. Er nimmt sie mit in die Stadt, fördert ihre Entwicklung. Bis zum Beginn ihres Lehrer­studiums arbeitet sie in einer Brigade im Waggonwerk. Als man Manfreds neuentwickeltes Verfahren, auf das er große Hoffnungen gesetzt hatte, ohne Begründung ablehnt, geht er verbittert nach Westberlin. Rita besucht ihn zwar, kehrt aber wieder zurück. Die Dreharbeiten von Der geteilte Himmel fanden von 1963 bis Frühjahr 1964 in Halle und im VEB Waggonbau Ammendorf statt. Nach der Uraufführung wurde der Film in der DDR mehrfach verboten. Die Gründe waren dabei unterschiedlich, so wurde im Protokoll vom 25. August 1970 das Verbot des Films damit begründet, dass ein weiterer Einsatz des Films die Republikflucht-Problematik unnötig hochspielen würde. Cinema befand: „Das zeitweilig verbotene Drama von Konrad Wolf zählt zu den besten Werken des DDR-Kinos.“ Gesprächspartner: Dr. Detlef Kannapin, Filmeinführung und Moderation: Paul Werner Wagner Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

Spielzeiten:

Oktober

Mo 12.   19:00 Uhr

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