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Trailer zum Film: Kobieta na dachu / Women On The Roof ©

Kobieta na dachu / Women On The Roof

PL/FR/CH 2022
Regie: Anna Jadowska
mit: Dorota Pomykala, Bogdan Koca, Adam Bobik,
97 Min.

Polnische Filmreihe "Biografie im Film"

Funktioniert das kollektive Bild einer Familie als Biopic? Wie werden heroische Lebensgeschichten filmisch erfasst? Kann ein psychologisches Porträt durch stilistische Reduktion erzählt werden? Worin besteht die Kunst, die Selbstinszenierung eines Dichters auf die Leinwand zu bringen?

Zwei Jahre Arbeit in der Geburtsstation hat die Ärztin Mira noch vor sich, dann ist die ersehnte Rente erreicht. Ihr Gehalt ist zwar nicht üppig, reicht aber für die kleine Block-Wohnung in der Provinzstadt und die dreiköpfige Familie – theoretisch, denn heimlich hat sie ihrer Schwester viel Geld geborgt, Kredite aufgenommen und kommt nun mit der Tilgung nicht mehr hinterher. Als die Lage aussichtslos wird, reagiert sie so verzweifelt wie ungeschickt: Sie versucht eine Bank zu überfallen, was gründlich schief geht. Aber anstatt sich ihren Verwandten anzuvertrauen, frisst sie den Kummer in sich hinein, bis sie auf dem titelgebenden Dach steht und vor sich nur noch den Abgrund sieht. Wie schon in ihrem Drama „Dzikie róże / Wild Roses“ (2017) gelingt es Jadowska virtuos, weit ab von marktschreierischen Effekten mit kleinen Schritten ein Psycho-Porträt zu entwerfen, in dem das Verschwiegene schwerer wiegt als das Gesagte. Ihr größter Trumpf ist dabei Dorota Pomykała, die als verzweifelte Anti-Heldin sowohl das Kinopublikum als auch Festival-Jurys überzeugen konnte. In einem sehr breiten Bildformat mit hell und kühl ausgeleuchteten Szenen beherrscht sie ohne musikalische Unterstützung souverän die Leinwand. [Rainer Mende] Die Regisseurin Anna Jadowska studierte Polonistik in Wrocław und Regie in Łódź, arbeitete für populäre TV-Serien wie „M jak miłość“ oder „Na dobre i na złe“. Als Autorenfilmerin drehte sie Dokumentar- und Spielfilme, wobei sie das mit zahlreichen Preisen (u. a. beim FilmFestival Cottbus) ausgezeichnete Drama „Dzikie róże / Wild Roses“ (2017) international bekannt machte.
Einführung & Moderation: Rebecca Braune (Halle) Diskussion: Renata Makarska (Germersheim) & Rainer Mende (Leipzig)


Kooperation mit dem Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien

Spielzeiten:

Juni

Mi 12.   18:00 Uhr

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